*** Truckertreffen 2010 vom 3.-5. Sep ***

Die Segelflugausbildung

Wenn man als Laie an den Segelflugsport denkt, verbindet man meist die Sonne und ein Flugzeug ohne Motor miteinander.

Für Segelflugzeugführer ist es immer recht schwer, Ihr Hobby in Worte zu fassen:

„Es ist wie ein Virus, wenn man einmal Angefangen hat, möchte man es nicht mehr Missen!"

Segelfliegen ist nicht nur ein lautloser, umweltfreundlicher Sport, es ist auch ein nahezu unsichtbarer Sport, bei dem der Zuschauer fast völlig ausgeschlossen bleibt. Lediglich Start und Landung können von neugierigen Blicken verfolgt werden, hinzu kommen Flugzeuge die in niedrigen Höhen in der Thermik kreisen.

Doch niemand weiß genau, was zwischen Start und Landung geschieht.




Hier findet Kampf statt, hier ist Dramatik, Faszination, Leidenschaft, Erlebnis und Schönheit. Segelfliegen ist eine Sportart, die natürliche Kräfte ausnutzt.

Die Energiequelle ist die Sonne. Ein Segelflugzeug ist ein Flugzeug ohne Motor. Doch dadurch fällt es nicht einfach wie ein Stein zu Boden, sondern es gleitet geräuschlos, ähnlich wie ein Adler, seine Höhe ab. Dieses Gleiten wird durch die Bauweise des Tragflügels, dem so genannten Profil ermöglicht.

Ein modernes Segelflugzeug mit einer Spannweite von bis zu 26 Meter kann aus einer Höhe von 1000 Meter im reinen Gleitflug bis zu 60 Kilometer zurücklegen. Während des Fluges ist der Pilot jedoch bemüht, stets neue Höhe zu gewinnen, um so ein Stück mehr gleiten zu können. Hierzu hält er kontinuierlich Ausschau nach möglichen Aufwindgebieten, zum Beispiel unter Wattewolken oder an Hangkanten.

Durch die Sonneneinstrahlung erwärmt sich die Erdoberfläche und diese wiederum gibt die Energie an die darüber liegenden Luftschichten ab. So steigt die aufgeheizte Luft als Blase nach oben und zieht weitere Luft hinter sich her. Diese so genannten "Bärte" sind oft recht klein, sodass der Pilot enge Kreise fliegen muss, um möglichst viel Höhe in geringer Zeit zu gewinnen.

Eine weitere Möglichkeit zur Höhengewinnung ist der Wind. Weht ein kräftiger Wind und trifft dieser zum Beispiel auf eine Hangkante, so wird die Luft gezwungen, über den Hang zu strömen. In den Bergen entstehen bei hohen Windgeschwindigkeiten starke Auf- und Abwärtsbewegungen der Luft, die sich bis in große Höhen aufschaukeln können.

Unter günstigen Bedingungen wurden in den Alpen in Wellenaufwinden Höhen von über 11000 Meter im Segelflug erreicht. Die Dynamik der Natur lässt sich wohl nirgend wo anders so effizient nutzen wie im Segelflugzeug.
Lediglich zum Starten wird eine fremde Zugmaschine benötigt. Hierzu dient in der Regel eine Flugzeugschlepp-Maschine oder eine Winde.

Heutige Segelflugwettbewerbe ähneln Formel-1-Rennen: mit Spitzengeschwindigkeiten bis 280 km/h und Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 70 km/h und 140 km/h.

Segelflugwettbewerbe - Stille Rennen unter Wolkenstraßen!

Bei gutem Wetter kann man mehrere Stunden Fliegen und nicht selten gelingen motorlose Überland-Streckenflüge von 1000km und mehr.

Wie und Wo kannst Du Fliegen lernen?

Ganz einfach: Der FSV-Schameder Wittgenstein e.V. ist einer von über 900 Vereinen in Deutschland, die eine kostengünstige Ausbildung durch ehrenamtlich tätige Fluglehrer ermöglichen.

Die nötige Ausbildungszeit dauert im Schnitt ca. 2-3 Jahre. Bei regelmäßiger Teilnahme am Flugbetrieb an den Wochenenden und während der Sommerlehrgänge in den Ferien kann man bereits im ersten Jahr alleine fliegen.

Die Segelflugausbildung in Fakten

  • Mindestalter zum Ausbildungsbeginn: 14 Jahre
  • Mindestalter zum Erwerb des Luftfahrerscheins: 16 Jahre
  • Medizinische Tauglichkeitsuntersuchung - Tauglichkeitszeugnis
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • 60 Stunden Unterricht in 7 Fächern
  • 20 Stunden Unterricht im Sprechfunk
  • Theoretische Prüfung bei der Landesluftfahrtbehörde
  • 3 Prüfungsflüge mit einem Prüfer

Weitere Informationen auf der Info-Seite des DAeC